Solaranlagen brauchen keine Subventionen mehr
19.02.2020, 11:57

Die Energiepolitik der Bundesregierung ist mit Sicherheit nicht unbedingt gradlinig. Auch verliert sich die Große Koalition bisweilen im Klein-Klein oder in ideologisch getriebenen Grabenkämpfen etwa um Abstandsregeln für Windräder. Was aber in jedem Fall gut läuft, gut ist und auf lange Sicht der gesamten Branche guttut, ist der immer weitergehende Verzicht auf Subventionen - auch wenn manche Verbände das Aus für das Staatsgeld kritisieren.


So hieß es erst jüngst von den Herstellern der Solarmodule, dass Banken angesichts der sinkenden Förderungen Finanzierungen nicht mehr genehmigen. Hier solle der Staat für Unterstützung sorgen, weil sonst eine wichtige Branche in Schwierigkeiten käme. Dabei bezieht sich das Auslaufen der Förderung nur auf Anlagen in einer Größenordnung von 100 bis 750 kW, also mehr oder weniger private Dachanlagen. Auf der anderen Seite werden mehr und mehr große Freiflächenanlagen gebaut, die Nachfrage wächst.


Keine Frage: Die aus der Umweltbewegung geborene Idee des 1.000-Dächer-Programms war der Startschuss für die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Es wurde bald auf ein 100.000-Dächer-Programm aufgestockt und vom damaligen Umweltminister Jürgen Trittin noch einmal verlängert. Die Förderungen verhalfen der Solarbranche zum Durchbruch. Diese Förderung läuft nun aus. 


Da die Anlagen lange nicht mehr so teuer sind wie zu Beginn der Entwicklung, sind die Investitionssummen deutlich gesunken. Diese sind für Banken oft unattraktiv, da sie mehr Arbeit bereiten, als sie Gewinn bringen. Dazu kommt, dass es keine garantierte Einspeisevergütung für den nicht selbst verbrauchten Strom gibt, sondern eine reine Marktvergütung. Diese aber ist gut berechenbar, zumal zertifizierter Ökostrom in den kommenden Jahren stark nachgefragt und damit teuer sein wird. Insofern ist nicht die auslaufende Förderung schuld, wenn eine Finanzierung nicht klappt, sondern schlicht die Bonität des Kreditnehmers oder die geringe Summe.


Im Gegenteil sind viele Banken derzeit durchaus auf der Suche nach Projekten aus dem Bereich Erneuerbare Energien, die sie finanzieren können. Gerade größere Freiflächenanlagen werden gerne mit Krediten versehen. Hier sind staatliche Förderungen völlig unwichtig. Schon länger werden für diese Parks feste oder variable Stromabnahmeverträge frei vereinbart. Und hier gilt: Da Ökostrom noch für lange Zeit eher teurer sein wird als konventioneller Strom, sind die Erträge nicht nur berechenbar, sondern sogar steigend.


Subventionen werden in dieser Gemengelage nicht mehr gebraucht. Nicht, dass sie nicht gern genommen werden, wenn sie schon einmal angeboten werden. Es ist durchaus das gute Recht der Verbände, vielleicht sogar die Pflicht gegenüber ihren Mitgliedern, auf neue Subventionen zu drängen. Notwendig aber sind sie nicht, auch nicht mehr hilfreich. Bestenfalls erhöhen sie die Gewinne, schlechtestenfalls verzerren sie den Wettbewerb und halten die Preise hoch. Und das kann immer nur zu Lasten der Investoren und der Verbraucher gehen.
 

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