Erneuerbare: der Weg in die Unabhängigkeit
10.06.2026, 11:10

Die Spannungen im Nahen Osten halten nicht nur die Börsen in Atem. Auch die Deutschen fürchten sich, vor allem vor steigenden Energiepreisen. „Wenn es noch einen Grund gebraucht hätte, um die Erneuerbaren Energien beschleunigt auszubauen, dann läge er jetzt vor“, sagt Andreas Ehrbar, Chief Operating Officer der aream Group. 

 

Laut einer Umfrage des Energiekonzerns Eon fürchten neun von zehn Deutschen, dass der Iran-Krieg zu weiter steigenden Energiepreisen führt. 80 Prozent aller Befragten wünschen sich eine größere Unabhängigkeit Deutschlands von Energieimporten aus dem Ausland. Dabei setzen mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer auf eine schnellere Umsetzung der Energiewende. Denn der Ausbau Erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeversorgung senkt die Notwendigkeit, Energieträger zu importieren.

 

Der Ausbau der Erneuerbaren macht damit Deutschland nicht nur unabhängiger und schützt vor Preisänderungsrisiken – er kann auch bares Geld sparen. Das zeigt der Iran-Krieg: Nach einer Berechnung des europäischen Branchenverbandes SolarPower Europe hat die Nutzung der Photovoltaik Europa bis zum 2. Juni bereits 12,8 Milliarden Euro erspart. Im Durchschnitt waren es 136 Millionen Euro pro Tag.

 

„Die Energiewende muss daher konsequent vorangetrieben werden“, so Ehrbar. Einiges ist schon geschafft. So haben im vergangenen Jahr Wind- und Solarkraft in der EU erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Brennstoffe. Dem Analysehaus Ember zufolge brachten es Wind und Sonne auf einen Rekordanteil von 30 Prozent an der EU-Stromproduktion und lagen damit knapp vor den Fossilen (29 Prozent).

 

Die deutschen Solaranlagen im aream-Portfolio erzielten im abgelaufenen Mai eine stabile Performance trotz Abregelungen von etwa 1.850 MWh und wären ohne Abregelungen auf eine Zielerreichung von 108 Prozent gekommen, so blieb es bei guten 82 Prozent. „Die abgeregelten Mengen werden vergütet“, erklärt Ehrbar. 

 

Die Solaranlagen in Spanien erreichten ihr Soll im Mai lediglich zu 64 Prozent. Zwar war auch hier die Produktion solide, gleichzeitig gingen bei guten Einstrahlungswerten 3.400 MWh aufgrund von Abregelungen verloren. Ohne Abregelung wäre auch hier eine Zielerreichung von 102 Prozent erreicht worden. Vergütet werden davon etwa 2.100 MWh. 

 

Dabei müsse es in keinem der beiden Länder Abregelungen geben, betont Ehrbar, wenn es mehr Batteriespeicher gäbe: „Das wäre nicht nur gut für uns Erzeuger, sondern auch für Stromkunden, da die Strompreise dann durch die Redispatch-Ersparnis sinken würden.“

 

Die aream-Anlagen in Italien lieferten ebenfalls eine stabile Produktion bei deutlich unterdurchschnittlichen Sonnenstunden (Zielerreichung 84 Prozent). Eine mehrwöchige Abschaltung aufgrund von Netzstörungen kostete rund 120 MWh.

 

Der Mai war erneut ein Monat mit sehr wenig Wind. Dazu kam eine längere Anlagenabschaltung wegen Netzverlust, die eine Ertragsminderung von etwa 400 MWh bescherte. In der Summe erreichten die aream-Windanlagen in Deutschland daher ihr Ziel nur zu 63 Prozent.

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