Der Klimawandel als Inflationstreiber
14.08.2026, 10:50

Europa erlebt eine außergewöhnliche Hitzewelle – mit ökonomischen Folgen. Wälder brennen, Ernten fallen aus, Flüsse werden unpassierbar. Das treibt die Preise für Güter nach oben. „Es zeigt sich immer deutlicher, dass Klimaschutz nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ökonomisch alternativlos ist“, kommentiert Andreas Ehrbar, Chief Operating Officer der aream Group.

 

Im Juni und Juli war es in Westeuropa so heiß wie nie zuvor in den beiden Sommermonaten. Die Durchschnittstemperatur in der Region betrug über beide Monate hinweg 21,62 Grad, so der EU-Klimadienst Copernicus. Das waren 2,79 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert der Jahre 1991 bis 2020. Global gesehen war der Juli der zweitwärmste je gemessene Monat. Im weltweiten Vergleich lagen die Temperaturen im Juli 2026 im Schnitt bei 16,90 Grad und damit um 1,47 Grad über dem vorindustriellen Juliniveau. 

 

Die Hitze führte zu extremer Trockenheit in vielen europäischen Regionen. Betroffen waren im Juli vor allem Gebiete auf der iberischen Halbinsel, in Frankreich, Deutschland, Österreich, Ungarn und Großbritannien. Hitze und Dürre verstärken sich laut Copernicus zunehmend gegenseitig.

 

„Das Klima ist zu einem ökonomischen Risikofaktor geworden“, so Ehrbar. Beispiel Flüsse: In den von der Trockenheit betroffenen Regionen sanken die Pegelstände weit unter das langjährige Mittel, vor allem bei Seine, Rhein und Donau. Das schränkt den Schiffsverkehr stark ein und lässt zum Beispiel die Spritpreise klettern, weil große Tankschiffe nicht mehr durchkommen. Das Bundeswirtschaftsministerium schätzt den Klimaschaden bis 2050 auf rund 900 Milliarden Euro. „Daher muss die Elektrifizierung mit Erneuerbaren Energien, Speichern und Netzausbau schnell vorangetrieben werden, um auch die Lieferkettenproblematik zu reduzieren“, sagt Ehrbar.

 

Während deutsche Flüsse unter Niedrigwasser leiden, rechnen Landwirte in Österreich mit Ernterückgängen von rund 20 Prozent bei Getreide und etwa 50 Prozent bei Mais und Kartoffeln. Somit könnte Europas Maisernte dieses Jahr um fast ein Fünftel unter den Fünfjahresdurchschnitt fallen und zu einem deutlichen Anstieg der Agrargüterpreise führen. „Die zunehmenden Extremwetterbedingungen sind ein deutliches Warnsignal in Zeiten, in denen die Politik in vielen Ländern dem Klimaschutz geringere Priorität einräumt, obwohl dieser heute ohne signifikante Fördermaßnahmen gerade bei der Energieerzeugung und Verteilung umgesetzt werden kann“, so Ehrbar. 

 

Die deutschen Solaranlagen im aream-Portfolio litten im abgelaufenen Juli unter Abregelungen, von denen aber 1.600 MWh vergütet werden. Der Soll-Wert wurde zu 74 Prozent erreicht, inklusive Abregelungen waren es 97 Prozent. Noch drastischer war die Differenz bei den spanischen Anlagen, wo Abregelungen rund 1.740 MWh kosteten, die nicht vergütet werden. Die Zielerreichung betrug 67 Prozent, inklusive Abregelungen waren es 97 Prozent. Die Anlagen in Italien dagegen zeigten eine stabile Performance, der Sollwert wurde zu 96 Prozent erreicht.  

 

Das Windaufkommen im Juli war dagegen unterdurchschnittlich, zusätzlich schmälerten die Drosselung einer Anlage (circa 100 MWh) und eine längerfristige Netzabschaltung (circa 150 MWh) die Produktion. Der Soll-Wert wurde zu knapp 91 Prozent erreicht. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Wert auf rund 74 Prozent.

PRESSEKONTAKT:

 

Leandra Kiebach
T:  +49 (0)211 30 20 60 4-2
E:  lk@aream.de