November 2019: Flaute sorgt für schwache Windernte
13.12.2019, 10:00

Die Windernte im November 2019 ist deutlich unter den Erwartungen geblieben. „Mit 80 bis 85 Prozent der zu erwartenden Energiemenge liegt der traditionell starke Windmonat unter seinem Soll“, sagt Markus W. Voigt, Geschäftsführer der AREAM GmbH, die auf Investments in Erneuerbare Energien spezialisiert ist. Dabei liefert der Durchschnitt aber nur einen Teil des Bildes: Manche Windparks lagen selbst im schwachen November deutlich über Plan. „Das zeigt, wie wichtig auch bei Investments in Erneuerbare Energien die Streuung ist“, sagt Voigt.

 

„Normalerweise gehört der November zu den windreichsten Monaten und trägt einen guten Teil zum Gesamtertrag von Windparks bei“, so Voigt. In diesem Jahr aber fiel die Ernte deutlich geringer aus. „Über das gesamte Jahr betrachtet lagen Juli und August ebenfalls deutlich unter ihren normalen Erträgen“, sagt Voigt. Nur rund 78 (Juli) und 74 (August) Prozent der zu erwartenden Windmenge kamen in diesen Monaten zusammen. „Da die Sommermonate aber keine so starke Bedeutung für das Gesamtergebnis haben, ist es eher der November, der den Schnitt drückt“, so Voigt. „Wenn der so schwach ausfällt, ist das so, als würde das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel lahmen.“ Für Investoren aber zählt Berechenbarkeit.


Grundsätzlich schwanken die Erträge der Windparks saisonal. „Im Herbst und Winter liegen bekanntermaßen die stärksten und windreichsten Monate. Das Frühjahr und der Sommer gelten hingegen als windschwach, so wird im Juli im Schnitt nur ein Drittel der Strommenge des Dezembers erzeugt“, sagt Voigt. Neben den saisonalen Schwankungen liefern auch die einzelnen Windparks oft sehr unterschiedliche Ergebnisse. „2019 zeigt sich, dass die südlichen und westlichen Standorte im Vergleich zu ihrem Erwartungswert schlechter abschnitten als die im Norden und Nordosten“, so Voigt. „Ganz grundsätzlich sind die Unterschiede zwischen einzelnen Windparks aber hoch, selbst regional kann es zu Verwerfungen kommen.“


Diese Schwankungen lassen sich beim Aufbau von Portfolios berücksichtigen: Für Investments ist deshalb die Streuung sinnvoll. „Wer nur in einen Windpark investiert, legt die sprichwörtlichen Eier alle in einen Korb“, sagt Voigt. „Sinnvoll ist es, ein Portfolio mit mehreren Windparks aufzubauen oder in ein solches zu investieren.“ Auf diese Weise lassen sich Unterschiede in der Ernte ausgleichen. „Da ist es dann auch nicht ganz so entscheidend, ob der Windertrag eines Parks unter den erwarteten Zahlen liegt“, sagt Voigt. „Oft liegen andere Parks deutlich darüber und gleichen das im Portfolio aus.“ So zeigen auch im November 2019 zwar einzelne Parks Schwäche. „Wir sehen aber auch solche, die bei einem Ertrag von 106 und 112 Prozent liegen“, so Voigt.

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