Strom wird knapper und teurer – aber nicht grüner
22.09.2021, 11:47

Die Großhandelspreise für Strom sind in den vergangenen Wochen stark angestiegen. So kletterte der Durchschnittspreis an der Strombörse EEX von rund 45 Euro im Januar 2021 auf mittlerweile rund 80 Euro je Megawattstunde. „Hier macht sich der wieder stark wachsende Bedarf nach Strom bemerkbar“, sagt Markus W. Voigt, CEO der aream Group. „Und ein Ende des Anstiegs ist nicht absehbar.“

 

„Die Preise entwickeln sich so, wie wir es erwartet hatten“, sagt Voigt. Zudem wollen oder müssen immer mehr Unternehmen auf saubere Energie umsteigen, um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen. „Oder auch um nicht immer weiter CO2-Zertifikate kaufen zu müssen, deren Preise immer weiter steigen“, so Voigt. Hier spielt das marktwirtschaftliche Instrument des Zertifikate-Handels eine immer wichtiger werdende Rolle bei der Umstellung der Industrie. 

 

Mittlerweile konkurrieren Städte und Gemeinden mit Unternehmen und Privathaushalten um den Zugang zu grünem Strom. „Viele sind Festlegungen eingegangen, haben sich gegenüber Wählern oder Aktionären zur Klimaneutralität verpflichtet, ohne dass sie bereits Stromlieferverträge abgeschlossen hatten“, sagt Voigt. „Wir sehen hier einen riesigen Bedarf, der auf ein eher langsam wachsendes Angebot trifft.“ Knappheit insbesondere beim „grünen Strom“ ist vorprogrammiert und wird die Preise auch die kommenden Monate und Jahre weitertreiben.

 

„Aber machen wir uns nichts vor: Der Strom ist in den vergangenen Monaten zwar teurer, aber nicht grüner geworden“, sagt Voigt. „Der Mehrbedarf wird angesichts der hohen Hürden für den Ausbau der Erneuerbaren Energien derzeit vor allem wieder aus der Verstromung fossiler Brennstoffe gedeckt.“ Um eine Umstellung etwa der chemischen Industrie auf Strom als Energiequelle für die Prozesse in der Produktion zu schaffen, müsste die vorhandene Kapazität bereits verdoppelt werden. „Und das ist nur ein, wenn auch energieintensiver, Industriezweig“, sagt Voigt. Um die gesamte Industrie klimaneutral zu gestalten, sind deutlich mehr Investitionen in Erneuerbare Energien notwendig. 

 

Dass der Preisanstieg sogar schneller verlief als erwartet, lag auch am eher schwachen Wind, der in Europa in den vergangenen Monaten die Stromerzeugung der Windparks drosselte. „Dadurch kam weniger Strom aus Erneuerbaren Energien in die Netze und die Preise stiegen“, so Voigt. „Hier ist Abhilfe in Sicht, wenn sich die Windverhältnisse wieder normalisieren, was über längere Zeiträume regelmäßig der Fall ist.“ Die Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien weist Spitzen und Täler auf, durch die Streuung über Energieerzeugung aus Wind und Solar und verschiedene Standorte lässt sich dies aber bereits sehr gut ausgleichen. „Zudem wird der weitere Ausbau der Infrastruktur, mit dem Strom von Überschussgebieten zu Bedarfsregionen geleitet werden kann, eine weitere Verbesserung der Versorgungssicherheit bringen“, so Voigt.

PRESSEKONTAKT:

 

Christina Hoeder
Communication
T:  +49 (0)211 30 20 60 4-2
E:  ch@aream.de